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Tagebuch die Erste



Man schreibt das Jahr 1992, ich bin 11 Jahre alt und habe gerade ein Tagebuch geschenkt bekommen. Ich vertraue ihm gleich einmal an, dass ich unsterblich in Axl Rose verknallt bin und nehme mir vor, ab jetzt jeden Abend die verworrenen Ausdünstungen meiner gepeinigten Teenagerseele niederzuschreiben...

 

Tagebuch die Zweite

14 Jahre später, meine Liebe zu Axl Rose war irgendwie doch nicht so unsterblich, und in meinem Tagebuch von damals ist immer noch gerade mal ein einziger Eintrag (Jawoll, der über Axl...). Und noch etwas hat sich nicht geändert: Wieder einmal nehme ich mir vor, doch öfter mal mein Innenleben einem Tagebuch (bzw Blog, was ja gleich schonmal viel cooler klingt...) anzuvertrauen.

Mal sehen, was diesmal daraus wird...

11.7.06 10:25


Read me your favourite lines

 

...we all seem to need the help
of someone else to mend that shelf
of too many books
read me your favourite line...

                                    Damien Rice - Older Chests

 

Hier seid ihr gefragt - postet mir in den Kommentaren alles, was ihr schon immer mal irgendwo hinschreiben wolltet: Zitate, Liedzeilen, Gedichte, eigene Weisheiten - ganz einfach: eure favourite lines...


11.7.06 11:35


 

Wie viele von Euch vielleicht wissen, bin ich wahnsinnig schlecht darin, über mich selbst zu reden (-die ideale Voraussetzung für einen eigenen Blog, ich weiss...). Deshalb dürft IHR, meine Lieben, euch hier austoben und mir die Qual der Erstellung der "Über mich"- Seite ersparen. Macht also in den Kommentaren ein kleines Assoziationsexperiment zum Thema "Maike ist..." - immer einfach frei aus dem Bauch heraus. (damit ihr wisst, was ihr hier gleich zu tun habt: ich erwarte Einträge wie: "...intelligent, sexy, umwerfend, klug, wundervoll, geistreich, witzig-spritzig" und ähnliches. Also strengt euch an!)


11.7.06 16:49


A life less ordinary

... ja, das zu haben, wäre schön. Is aber nicht so. Und deswegen sitze ich nun hier, ich alte Bloggerin. Und weiß nicht so recht, was ich schreiben soll. Ich meine, wen interessiert es schon, was ich heute so gemacht habe? Niemanden, nehm ich mal an. Ich erzähls mangels einer Alternative trotzdem.

Nachdem mir gestern - natürlich als ich mal wieder viiiiieeel zu spät für die Uni dran war - einfach mal so der Schlüssel im Fahrradschloss abbrach und später sämtliche Versuche, das Ding irgendwie auf zu kriegen vergeblich waren, bin ich heute erstmal zu Karstadt in den Fahrradladen um mir das aufbrechen zu lassen. Der freundliche, junge, nicht allzu schlecht aussehende Mann im Service war mir auch sofort behilflich und hatte im Handumdrehen mit seiner Flex mein Schloss aufgebrochen.  Ich bemerkte daraufhin so voll kommunikativ dass mir dieses Werkzeug wohl gefehlt hätte daheim. Er lächelt ganz nett zurück und meint: "Ja, sowas haben wohl die wenigsten Frauen. In der Küche braucht man so ne Flex ja nicht so oft..."
In meinem Kopf schrillte natürlich gleichmal der Emanzenalarm los. Ich meine, wie kann ein junger Mann heutzutage sowas noch in aller Ernsthaftigkeit behaupten? Ich meine, er meinte es ja nichtmal scherzhaft oder so... Naja, ich hab kurz überlegt, ob ich ihm den Absatz meiner Pumps über die Birne ziehen soll, hab mich dann aber doch für ein diplomatisches Lächeln und den Rückzug entschieden.

Anschliessend noch kurz im neuen Second-Hand-Shop um die Ecke vorbei und ein paar coole Schuhe abgestaubt, die mir heute natürlich im Laufe des Tages gleich ein paar Blasen verpasst haben... Aber so ist das nu mal wenn man als Frau Männerfüße hat.

Tja, dann ab an die Uni und bei einem äußerst spannenden psychologischen Experiment zur Wahrnehmung von Tierbildern oder so mitgemacht. Dazu nen tollen Eyetracker auf dem Kopf gehabt - so ein klasse Helm, der kleine Kameras integriert hat, die die Augenbewegungen verfolgen - was natürlich gleich mal dazu geführt hat, dass meine Haare danach ganz schick an meinem Kopf festgeklebt sind und ich lauter Druckstellen im Gesicht hatte. Naja, egal, Uni ist kein Laufsteg. Für die Vorlesung war ich eh zu spät dran, hab deshalb lieber nochmal ein bisschen gearbeitet und Sozialkontakte gepflegt - auch wichtig, find ich. 

Anschliessend nach Hause und mit meinem Mitbewohner Stephan zum Einkaufen für eine tolle Torte für unsere Mitbewohnerin Steffi, die morgen Geburtstag hat. Als ich auf dem Rückweg an der Eisdiele vorbei bin, konnte ich natürlich nicht wiederstehen. Nur welche Sorte wenn alles toll aussieht??? Nachdem im Kokoseis halbe Bounty-Riegel steckten, hab ich mich mal dafür entschieden - obwohl ich eigentlich kein Kokoseis  mag. Stephan hat Zitrone genommen. Mein Lieblingseis. Als ich ihm das daraufhin sagte, meinte er ganz begeistert dass SEIN Lieblingseis ja Kokos sei, er aber nicht das gleiche nehmen wollte wie ich.

Tja, das Leben ist eine Schachtel Pralinen...

Wahnsinn, wie viel man über so einen ereignislosen Tag schreiben kann, fällt mir gerade ein.

Egal, weiter.

Danach also die Torte gebacken, die ich hoffentlich heute um Mitternacht noch zu mir nehmen darf. Zusammen mit nem Gläschen Sekt. Könnte nett werden...

Dann haben Steffi und Christian (Steffis Freund) gekocht - Spaghetti mit Gambas und Pasta Arabiata. Sehr lecker, sauscharf, und Pesto zur Hälfte aus Knoblauch. Also ICH würde morgen in der Uni nicht neben mir sitzen wollen...

Gambas verstoßen ja eigentlich völlig gegen meine sämtliichen vegetarisch orientierten Einstellungen. Aber ich glaube, so ne Gambe hat nicht viel Hirn, oder? Und im Panzer sicher auch keine Schmerzrezeptoren, hoffe ich mal. Oder? Tut das so nem Hummer eigentlich weh, wenn man ihn ins kochende Wasser schmeisst? Hm... ich glaube, dazu werde ich gleich mal im Internet recherchieren.

So, lange Rede, kurzer Sinn, das war mein Tag bis heute.

Spannend, oder?

Wär schon nicht schlecht, so ein life less ordinary... 

11.7.06 21:14


Gekocht werden tut weh

... und zwar nicht nur uns, sondern auch den Hummern, wie ich gerade erfahren habe. Also so ganz sind sich die Forscher da noch nicht einig, aber anscheinend tut das denen noch mehr weh, als wenn man uns jetzt kochen würde, weil sie nicht über ein autonomes Nervensystem verfügen, das sie in einen Zustand des Schocks versetzt, wenn sie verletzt sind, und deshalb praktisch alles spüren, bis das gesamte Nervensystem zerstört ist.

Nur mal so, falls es euch interessiert. Denkt beim nächsten Hummer, den ihr esst, dran

Wie die Gambas die ich heute gegessen habe wohl gestorben sind? Ich denk besser nicht weiter drüber nach...

11.7.06 22:33


Die Einsamkeit einer Knoblauchesserin

Nachdem ich gestern ja so nett bekocht wurde, musste ich heute wohl die Konsequenzen dafür tragen: Wie gesagt, in dem Pesto war SEHR viel Knoblauch (50%!!!!)

Das Blöde an Knoblauch ist ja nun, dass man selbst garnicht so genau feststellen kann, ob er denn am folgenden Tag noch seine Spuren (bzw Duftwolken...) hinterlässt oder eben nicht. Es gibt also nur 2 Möglichkeiten: einfach ignorieren und das Problem denen überlassen, die keinen Knoblauch gegessen haben, oder aber: ca 2-3 Meter Abstand zu sämtlichen Gesprächspartnern halten. Was allerdings zur Vereinsamung führt und dazu, dass alle sich fragen, ob man jetzt endgültig bekloppt geworden ist. Ausserdem stellt sich bei Letzterem auch noch die Frage: Bin ich rücksichtsvoll oder einfach nur total paranoid (für die Psychologen unter euch: Habe ich gar eine körperdysmorphe Störung?)???

Ich kann euch sagen...besonders in vollen Hörsäälen (schreibt mal Sääle wirklich mit 2 ä??? Nee, ne? DANIEL???) besonders angenehm...

 Und das wirft ja gleich schon wieder die philosophische Frage auf, ob man anderen Menschen Bescheid sagen sollte, wenn an ihnen irgendwas komisch ist - Hosenstall offen, Rotz an der Backe, oder eben unangenehmer Geruch. Oder verschweigt man es lieber diskret und tut so als wär alles in Ordnung um den anderen nicht zu blamieren?

 Also ich glaube ich persönlich bin für Bescheid sagen. Ist zwar peinlich, aber dann kann der andere wenigstens was dagegen tun und muß nicht noch stundenlang unwissend mit seinem Makel durch die Gegend laufen und von tausenden anderen Leuten gesehen/gerochen werden. Oder tritt man demjenigen damit zu nahe und blamiert ihn???
Richtig problematisch wird das ganze ja erst, wenn derjenige sich des Vorhandenseins des betroffenen Objektes völlig bewusst ist - nur eben nicht seiner Peinlichkeit. Sprich: Seltsame Frisur, komisches Makeup, unvorteilhafte Klamotten. Hat man da als Freund nicht gar die Pflicht, den anderen vorsichtig darauf aufmerksam zu machen? Oder tritt man ihm damit zu nahe? Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich nicht streiten...

 Ein wirkliches Problem, findet ihr nicht auch? Darüber muss ich jetzt erstmal nachdenken... und danach Zaziki für die Party heute Abend machen. Mit viel Knoblauch. Damit mein Geruch von gestern nicht mehr so auffällt. Auf dass der morgige Tag wenigstens einer mit vielen Leidensgenossen wird!

 

 

P.S. Aufgrund vieler ungläubiger Nachfragen: Nee, ich hatte nicht wirklich Pumps an gestern. Aber "ihm vor lauter Entrüstung meine Schaumstoff-FlipFlops über den Kopf zu ziehen..." brachte die Sache irgendwie nicht so ganz auf den Punkt. Kleine stilistische  Tatsachenveränderung, verzeiht es mir...

 

12.7.06 15:45


Warum stinkt Knoblauch?

Aus gegebenem Anlaß habe ich mich heute einmal mit der Frage beschäftigt, warum Knoblauch überhaupt stinkt. Ich bin dabei auf folgende Erkenntnisse gestossen:

Die berühmt-berüchtigte "Knoblauchfahne" rührt von den schwefelhaltigen Inhaltstoffen des Knoblauchs her. Damit will die Pflanze sich eigentlich vor Fressfeinden schützen.
Die strengriechenden Stoffe nach dem Verzehr von Knoblauch kommen nicht wie oft angenommen aus dem Magen. Stattdessen werden die schwefelhaltigen Abbauprodukte über die Lungenbläschen an die Atemluft abgegeben. Der medizinische Fachbegriff dafür ist Halitosis. Ausserdem wird der Geruch über die Schweißdrüsen ausgedünstet. Diese Gerüche werden von einem selbst und von anderen Personen, welche Knoblauch gegessen haben, nur schwach oder gar nicht wahrgenommen.

Knoblauch stinkt aber nicht nur, sondern ist auch total gesund: 

Das ätherische Öl des Knoblauchs enthält Alliin, aus dem bei der Zerstörung der Zellen dessen wasserdampfflüchtige Umsetzungsprodukte Allicin und Ajoen entstehen. Forschungen haben nachgewiesen, dass Allicin und weitere Bestandteile des ätherischen Öls stark antibakterielle Wirkung haben, sodass Knoblauch auch bei schwerwiegenden Infektionen wie Ruhr hilft. Vor der Entdeckung der Antibiotika diente Knoblauch im Ersten Weltkrieg der Wundbehandlung. Seine schleimlösenden Eigenschaften machen ihn zu einem Mittel gegen Infektionen der Atemwege, Erkältungen, Grippe, Ohrenentzündungen und Katarrhe. Er beruhigt Magen und Darm und beseitigt Darmparasiten. Knoblauch wirkt blutverdünnend, Blutdruck und Cholesterinspiegel senkend, was der Gefahr eines Schlaganfalls entgegenwirkt. Da er den Blutzuckerspiegel senkt, kann er ergänzend den Speiseplan bei Altersdiabetis bereichern. Als therapeutische Dosierung für diese diätetische Maßnahme reicht der Verzehr von 4 g frischen Knoblauch täglich. In der Volksheilkunde wird er vorbeugend gegen Arteriosklerose eingesetzt.

 

Das Kauen von Koriandersamen oder Kaffeebohnen soll helfen, den unangenehmen Geruch zu übertünchen. Grüne Kräuter (wie zum Beispiel Petersilie) können durch ihren Chlorophyllgehalt Geruch neutralisieren, und auch Salbeitee, Milch, Rotwein oder schwarzer Kaffee versprechen Abhilfe.
Die werd ich jetzt mal zu mir nehmen. 

Fazit: Lieber stinken und gesund als krank und geruchlos. 

12.7.06 18:53


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