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Endlich geht das Teil hier wieder...

So, nachdem diese bloede Blogseite in den letzten Tagen irgendwie immer, wenn ich mal Zeit hatte, in ein Internetcafe zu gehen, nicht funktioniert hat, hoffe ich mal, dass es jetzt heute klappt.

Es gibt naemlich viel zu erzaehlen, meine Lieben!

Erstmal hab ich ja mein Praktikum angefangen. Es war echt nett, alle wieder zu sehen, und ich bin auch mit gewohnter irischer Herzlichkeit empfangen worden. (In etwa so: "For fuck's sake, look at you, you skinny little bitch! Now, I hope for your own sake that you brought us some chocolate, or you can go right back to where you came from!" - Was in etwa so viel heisst wie: "Hallo Maike, gut siehst du aus, wir freuen uns alle sehr, dich wiederzusehen..."

 Wie auch immer, ich hatte ja dann gleich mal ein Meeting mit dem Direktor vom Institut (so ein Mann mit mindestens 3 Gehirnen und einer Ausstrahlung, die mich auf die Haelfte meiner normalen Koerpergroesse schrumpfen laesst - dabei aber total nett, hoeflich, und ein echter Gentleman - ich waer ja sooooooooooooo verknallt in ihn, wenn er 20 Jahre juenger waer...). Naja, als ich meinte, dass ich mich ja naechstes Jahr fuer das Doktorandenprogramm bewerben will, hat er erstmal ziemlich skeptisch geschaut, und ich dachte schon, dass ich da wohl keine Chance habe. Dann hat er aber angefangen, aufzuzaehlen, was ich dafuer alles fuer Erfahrung braeuchte, dann hat er aufgezaehlt, wen er alles anrufen wird, um mir diese Erfahrungen zu ermoeglichen, und dann meinte er, dass er mich da schon irgendwie reinbringen wird. Naja, ich hoffe mal, diese Vitamin-B-Spritze wirkt! Im Moment arbeiten noch 2 andere Praktikanten dort, die sich ebenfalls naechstes Jahr fuer das Programm bewerben wollen, und soweit ich weiss, haben die die Spritze noch nicht verpasst bekommen. Ich kann also nur hoffen, dass ich die Auserwaehlte bin, die angenommen wird...

Im Moment ist er dabei, alles zu organisieren, hoffentlich klappts... 

 

Ok, das waren jetzt genug "hoffentlichs" und "ich hoffe" und so weiter. 

 

Sonst ist dort im Grossen und Ganzen noch alles beim Alten. Nur fast alle Therapeuten sind im Moment im Urlaub, ich muss mich wohl noch etwas gedulden, bis ich die wiedersehe. Aber dafuer hab ich schon ein paar von meinen Lieblingspatienten von letztem Jahr wiedergesehen, und sogar die haben sich gefreut, dass ich wieder da bin. Wie schoen.

 

Tja, meine freie Zeit verbringe ich groesstenteils mit meinem neuen besten Freund Ratko (eigentlich Patricks bester Freund, aber jetzt meiner :-))

Ratko kommt aus Serbien (oder Kroatien? Ich blick da nicht so ganz durch...) und ist vor 10 Jahren als Asylant hierher gekommen. Inzwischen studiert er hier und hat immer allerhand wahnsinnig interessante Sachen zu erzaehlen.
Das faszinierendste an ihm ist, dass er irgendwie diese uns allen von Kindheit an eingepflanzten moralischen Barrieren im Gehirn nicht hat. Er sagt einfach immer, was er denkt, hat absolut keine Hemmungen, einen die abstrusesten und privatesten Sachen zu fragen, und schaut einem beim Reden ununterbrochen in die Augen. Am Anfang sehr beunruhigend, kann ich euch sagen. Dann aber auch wieder sehr erfrischend, weil man selbst auch einfach so draufloslabern kann, wie es einem in den Sinn kommt.
Naja, ehrlich gesagt hab ich manchmal auch so ein bisschen Angst vor ihm... manchmal kommt er ziemlich Psycho rueber. Wie gestern. Da beugt er sich auf einmal so vor, schaut mir ganz tief in die Augen, und meint so (stellt euch den osteuropaeischen Akzent vor): "You know, Maike, I think, the older people get, the crazier they get. You know what I mean? I can feel that. I get crazier, you know?..."
Naja, aber im Grunde genommen ist er ein wahnsinnig lieber Mensch, der keiner Fliege was zuleide tun kann, und er beschaeftigt mich hier ganz gut.

Patrick kommt naechsten Mittwoch wieder, endlich!!!

Mit meinen lieben polnischen Mitbewohnern habe ich mich auch einigermassen arangiert. Der Putzzwang hat etwas nachgelassen - sehr zu meiner Erleichterung. Und mal davon abgesehen, dass sie immer noch in mein Zimmer kommt, ohne abzuklopfen (was manchmal sehr unangenehm sein kann, da das Genie, das das Haus gebaut hat, gedacht hat, es waere ne tolle Idee, Fenster zu  machen, die vom Schlafzimmer ins Bad gehen - genau gegenueber von Klo und Dusche...), ist es jetzt eigentlich ganz in Ordnung. 

Eine wichtige Lebensweisheit, die ich vorgestern gelernt habe und euch natuerlich nicht vorenthalten will: Bei Wind, der so stark ist, dass man aufpassen muss, beim Laufen nicht vom Gehweg abgedraengt zu werden, eine Wickelhose zu tragen, ist nicht sehr intelligent. 

Das war es glaube ich an Neuigkeiten fuers Erste... mann, die ganze Woche ueber haette ich sooo viel zu erzaehlen gehabt und die bloede Webseite ging nicht. Und jetzt faellt mir wieder nur die Kurzzusammenfassung meines Lebens ein...

 Naja, lasst von euch hoeren, meine Lieben!

2.8.06 16:40


Jetzt muss ich hier nochmal was probieren, was ich von Silke bekommen habe - Keine Ahnung, was es ist, aber danke schonmal :

 

 

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adopt your own virtual pet!
2.8.06 16:42


A morning on the dart

7:45 Uhr: Wie immer völlig abgehetzt komme ich an der Dart (=Dubliner S-Bahn)-Station an. Rechts und links von der Tuer warten schon die freundlichen Herren, die mich jeden Morgen mit Gratis-Zeitungen versorgen. Mit der linken Hand im Vorbeilaufen die Metro abgreifen, mit der rechten den Herald AM, dabei versuchen, beiden gleichzeitig dankbar zuzulaecheln und nicht gegen die Glastuer zu rennen. Dann die naechste Aufgabe: Das Drehkreuz passieren. Natuerlich faehrt genau in diesem Moment die Dart ein. In den Tiefen meiner Handtasche krame ich hektisch nach meinem Geldbeutel mit der Fahrkarte. Als ich ihn endlich finde, ist die Dart natuerlich schon abgefahren. Egal, die naechste kommt in 10 Minuten.

Schnell fuellt sich der Bahnsteig wieder mit den ueblichen Gestalten, Maenner in Anzuegen und Frauen in adretten Kostuemchen, Menschen auf dem Weg zur Arbeit. Wo man sich bis vor ein paar Jahren noch nett mit seinem Nachbarn unterhielt, toenen jetzt nur noch verzerrte Musikfetzen aus schlecht isolierten Kopfhoerern. Schon laengst hat die Generation iPod von den morgendlichen Bahnsteigen Besitz ergriffen. Nur ein paar alte Leute, die die altersbedingten Schlafstoerungen zu dieser fruehen Stunde aus dem Haus getrieben haben, tauschen noch den altbekannten Dialog aus, mit dem in Irland einmal jedes Gespraech zu beginnen schien:

 

Wenn gerade die Sonne scheint:

A: Beautiful day today, isn’t it?

B: Yes, but I think we might have some rain later... (Weil das ja immer so ist)

 

Wenn es gerade regnet:

A: Dreadful day today, isn’t it?

B: Yes, but I think the sun might come out later... (Weil das ja immer so ist)

 

Die Dart faehrt ein, wie immer zu dieser Stunde voellig ueberfuellt, man quetscht sich hinein, versucht, ein Plaetzchen zu finden, wo man noch etwas Luft um sich hat. Eigentlich sieht mein Lernplan ja vor, dass ich die morgendlichen 60 Minuten Dartfahrt dafuer nutze, in meinem Klinische Psychologie-Buch zu lesen. Daran ist in dem Gedraenge aber nicht zu denken. Also lieber Zeitung lesen. Da stellt sich aber schon das naechste Problem: Wie im Stehen die Zeitungen lesen, ohne umzufallen? Ein Blick auf meine Mitreisenden zeigt mir schnell, dass es dafuer 2 Moeglichkeiten gibt: Entweder, man ist der Kunst des Zeitungsorigami maechtig, kann das Papier so auf eine handliche Groesse falten, dass man trotzdem noch die ganzen Artikel lesen kann, und so die andere Hand benutzen, um sich mit Hilfe eines Haltegriffs einen stabilen Stand zu verschaffen. Oder aber, man kann dies eben nicht, braucht beide Haende, um die Zeitung zu halten, und stolpert folglich unkoordiniert dem Ruckeln und Zuckeln des Waggons folgend durch die Gegend. Da ich kein Origami kann, bleibt mir wohl nur letzteres. Mal sehen, was Herald AM heute so zu bieten hat: Der durchschnittlliche Hauspreis in Dublin ist auf 530 000 Euro gestiegen (schluck), Siobhan O’Reilly (who the f***???) wurde gestern bei You’re a star (=irisches DSDS) rausgewaehlt und ganz Irland wartet gespannt auf das Finale der All Irish Hurling Championship am Wochenende, in dem Waterford gegen Kerry antreten wird. Metro bietet mir in etwa die gleichen Informationen, nur in anderer Reihenfolge. So, dann kann ich doch heute in der Arbeit wenigstens wieder ein bisschen so tun, als wuesste ich, worum der taegliche Klatsch und Tratsch sich so dreht.

Wir haben inzwischen das Stadtzentrum erreicht, die Dart spuckt die Leute in Richtung ihrer jeweiligen Arbeitsplaetze aus und ich schaffe es, einen Platz- noch dazu am Fenster- zu ergattern. Dann waere jetzt wohl der Moment fuer mein Klinisches-Psychologie-Buch gekommen. Schon nach dem ersten Absatz jedoch ertoent auf einmal die Stimme einer Zigeunerin: „Good morning, Ladies and Gentlemen...“. Dann faengt sie an, mehr schlecht als recht „My heart will go on“ aus Titanic zu singen. Besonders die hoeheren Toene scheinen ihr einige Probleme zu bereiten, und an ein konzentriertes Weiterlesen ist nicht zu denken. Endlich ist sie fertig und geht den Gang entlang, um Geld einzusammeln. Wo in Deutschland wohl jeder entnervt in eine andere Richtung schaut, kramt der Ire ein paar Muenzen aus der Hosentasche und bedankt sich noch mit Kommentaren wie: „Lovely voice, Love...“

Dann steigt sie aus und ich krame, um mich vor kommenden Gesangseinlagen zu schuetzen, wieder meinen iPod aus der Tasche. So kann ich die Musik wenigstens selbst bestimmen. Ich entscheide mich fuer eine meiner Lieblins-U2-Cds, „All that you can’t leave behind“, und wende mich wieder meinem Buch zu. Psychosomatische Störungen. Sehr interessant. Nach dem naechsten Abschnitt blicke ich unguenstigerweise auf und mein Blick faellt aus dem Fenster. Die Dart hat inzwischen den Teil im Sueden Dublins erreicht, den die Einheimischen liebevoll „The Irish Amalfi“ nennen, der Zug faehrt genau an der Kueste entlang, und vor meinem Blick erstreckt sich die irische See, von der Morgensonne in ein glitzerndes Funkenmeer verwandelt. Genau in diesem Moment ist Bono beim Refrain angekommen: „It’s a beautiful day, don’t let it get away...“. Und ich denk mir nur noch, dass es Momente wie diese sind, die das Leben lebenswert machen, und psychosomatische Störungen sind auf einmal völlig unwichtig geworden. Der Zug faehrt an Bonos Haus (Klar, jeder Ire, der Geld hat, wohnt hier...) vorbei und ich winke in Gedanken mal kurz rueber, um Guten Morgen zu sagen. Er hat von seinen Fenstern aus genau diesen „Scheisse ist das schoen“-Blick, und ich bin mir in dem Moment sicher, dass er den Refrain von Beautiful Day bestimmt eines Morgens geschrieben hat, als er nach dem Aufstehen genau das sah, was sich nun vor meinem Auge ausbreitet.

Als ich mich endlich von der Aussicht losreißen kann, ertönt die Ansage: „Next stop, Shankill“. Tja, das waer dann wohl meiner. Ich packe mein Buch weg und stehe auf. Hat heute wohl nicht so geklappt mit dem Lernen. Vielleicht ja auf der Heimfahrt...

6.8.06 18:19


Die Gelegenheit beim Schopfe packen...

So, nachdem ich gerade rausgefunden habe, dass hier an meinem Praktikumsplatz die Blogseite funktioniert (den Zugang zu saemtlichen Emailaccounts haben sie leider gesperrt...) und ich ausserdem gerade mal einen Moment Zeit habe, werde ich doch mal die Gelegenheit beim Schopfe packen (was fuer ein schoener Ausdruck...heisst das ueberhaupt so?) und euch mitteilen, wie es mir so ergeht. Viel getan hat sich eigentlich nicht in den letzten Tagen. Am Freitag war ich bei meiner Freundin Chari zu einem phaenomenalen Abendessen eingeladen, und habe zu dieser Gelegenheit auch die erste Forelle meines Lebens verspeist (sogar ganz - nur den Kopf hatte sie mir zuliebe abgehackt...oh Gott, ich darf garnicht drueber nachdenken...). War aber sehr, sehr lecker (ich weiss...in Giessen macht jetzt unsere gesamte Perfektes-Dinner-Runde einen Luftsprung, weil ich Fisch esse...). Danach sind wir noch mit Ratko durch Dublins Nachtleben gezogen. Saemtliche Tuersteher in Dublin scheinen Serben zu sein, und da die sich (und somit auch Ratko) untereinander alle kennen, konnten wir bei den ganzen Szene-Clubs an den kilometerlangen (ok, leicht uebertrieben...) Schlangen vorbeigehen, ganz cool den Tuersteher begruessen und wurden dann auch sofort reingelassen. Man kommt sich schon ein bisschen toll vor dabei. Vor allem, wenn man dabei voellig gegen die Kleiderordnung verstoesst und trotzdem kein Problem hat, reinzukommen. Ausserdem habe ich ein neues Hobby gefunden: Nachdem ich letzte Woche einen meiner Ohrringe verloren hatte, und natuerlich vergessen hatte, andere mit nach Irland zu nehmen, bin ich also durch die Stadt gezogen, um neue zu kaufen. Das Problem war nur: In ganz Dublin habe ich kein einziges Paar Ohrringe gefunden, die mir gefallen haben! Dafuer aber etwas anderes: Ein Geschaeft, das saemtliches Zubehoer verkauft, um Schmuck selbst herzustellen. Ich hab also eine neue Beschaeftigung. Macht euch schonmal darauf gefasst, dass ihr von mir ab jetzt zu saemtlichen Geburtstagen, Weihnachtsfeiern und sonstigen Gelegenheiten nur noch selbstgemachten Schmuck bekommt. (Ja, Papi, ich weiss, dass du jetzt einen Luftsprung machst, vielleicht wird dein Traum vom Strassenschmuckhaendler doch noch Wirklichkeit...) Ich hab inzwischen auch Leute entdeckt, die anscheinend das gleiche Hobby haben, und so ein paar Ohrringe fuer 12 Euro in der Fussgaengerzone verkaufen (bei Materialkosten von ca 70 Cent und einer Produktionszeit von 10 Minuten...). Wenn ich keinen anderen Job finde in naechster Zeit steige ich vielleicht auch auf die professionelle Produktion um... Was gibts sonst noch? Ach ja, ich hab noch ne neue Sucht. Chari hat mir die komplette erste Staffel von "The L Word" (diese Lesbenserie, die jetzt auch in Deutschland kommt) auf Dvd ausgeliehen. Am Anfang dachte ich ja, ich gucks mir mal an aber finds sicher langweilig. Tja, nachdem es aber den ganzen Sonntag ueber geregnet hat, habe ich mir die gesamte Staffel auf einmal reingezogen. Es hat schon so einen gewissen Suchtfaktor. Kleine Umfrage an alle L-Word-Gucker: Wenn ihr lesbisch waert, welche der Maedels faendet ihr am tollsten? Also ich glaube ja, ich wuerde mich fuer Shayne entscheiden. Komischerweise bereitet mir das einige Sorgen, denn: 1. Sie sieht aus wie der Saenger von Tokyo Hotel 2. Ich dachte immer, ich stehe auf intelligente, gebildete Menschen. Aber ich entscheide mich nicht etwa fuer die Direktorin des Kunstmuseums, auch nicht fuer die Schriftstellerin, nicht fuer die Reporterin und auch nicht fuer die intellektuelle Cafebesitzerin. Nein. Ich nehme die Frisoese. Naja, egal, gluecklicherweise ist das ja nur eine Fernsehserie und noch gluecklicherweiser bin ich nicht lesbisch, deshalb ist diese Entscheidung wohl voellig irrelevant. Tja, und das wars eigentlich auch schon wieder aus meinem spannenden Leben. Lasst von Euch hoeren, meine Lieben!
8.8.06 17:31


Und die Zeit...vergeht...

Unglaublich, wie die Tage und Stunden im Moment an mir vorbeigaloppieren. Ich weiss garnicht, wie ich die Geschehnisse der letzten eineinhalb Wochen hier so kurz zusammenfassen soll. Aber ich will natuerlich nicht das Risiko eingehen, euch die kleinen und grossen Hoehen und Tiefen meines Lebens vorzuenthalten. Also los: Am Freitag vor eineinhalb Wochen hatte ich meine erste Intervention in der Gruppentherapie! Oh Gott war das aufregend. Ich meine, man kann da ja so viel falsch machen! Irgendwas falsches sagen und der arme Mensch springt danach von der naechsten Bruecke oder so! Ist aber zum Glueck alles gut gegangen und ich hab sogar gutes Feedback bekommen am Schluss. Trotzdem muss ich mich glaube ich erstmal daran gewoehnen, so viel Verantwortung zu tragen J Ueberhaupt ist die Therapie hier geistig ganz schoen anspruchsvoll. Ich meine, schon alleine den Berichten von alltaeglichen Geschehnissen aus dem Leben der Patienten zu folgen ist alles andere als einfach. Die meisten von ihnen haben mindestens 10 Geschwister (der Rekord liegt bei 21!!!), die alle John, Paddy, Michael, Siobhan, Aoife, Mary und so weiter heissen, die haben dann wiederum alle mindestens 10 Kinder, die alle John, Paddy, Michael, Siobhan, Aoife, Mary und so weiter heissen, dazu gibt es dann noch Onkel und Tanten und eigene Kinder und Freunde und so weiter, die alle John, Paddy…ihr wisst schon…heissen… Und wenn dann jemand erzaehlt: “Ich hab mich gestern mit Michael getroffen…” dann muss man erstmal nachfragen: “Ist das jetzt Michael dein Sohn oder Michael dein Bruder oder Michael dein Arbeitskollege?” und bekommt dann zur Antwort: “Nein, ich meine Michael meinen Onkel…”. Und in der Gruppe sind 6 Maenner. Und jeder von ihnen hat Kinder, Geschwister, Neffen, Nichten, Freunde, Eltern, Onkel usw die John, Paddy, Michael – ihr wisst schon – heissen. Und da soll man dann noch irgendwie den Durchblick behalten. Aber ich tue mein Bestes. Insgesamt macht es aber wirklich Spass und ist furchtbar spannend. Ich kann immer kaum erwarten, bis wieder Freitag ist und “meine” Gruppe kommt. Das folgende Wochenende habe ich dann mit Ratko und 2 Freunden von ihm, die zu Besuch aus Cork waren, verbracht. Sie kommen ebenfalls aus Serbien, und es ist irgendwie schon heftig, wenn man so smalltalkmaessig nett laechelnd fragt, wieso sie denn nach Irland gekommen sind, und dann als Antwort bekommt: “Weil ich keine Lust mehr hatte, jeden Tag mit einer AK 47 durch die Gegend zu rennen…” Ansonsten waren die Tage aber echt lustig. Am Dienstag ist Patrick dann endlich wieder nach Irland gekommen und hat seinen Bruder Michel mitgebracht. Zu fuenft ist das Haus schon ganz schoen voll, aber bis jetzt geht alles noch einigermassen gut. Die beiden wollen hier ja ihre eigene kleine Baufirma aufbauen, und deswegen war ich die ganzen letzten Tage mit der Erstellung und Verteilung von Flugblaettern, tausenden von Telefonaten mit Versicherungen, Baumaerkten, Firmengruendungsfirmen usw. beschaeftigt, weil die beiden selbst viel zu sehr damit beschaeftigt sind, wegen jedem Mist ihre bruederlichen Kleinkriege auszutragen. Aber mein Einsatz hat anscheinend was gebracht, zumindest haben sie heute schon ihren ersten Job. Und ich selbst werd wohl in den naechsten Wochen den ein oder anderen Promotionjob fuer meinen alten Freund (und privaten Arbeitsvermittler) Pat machen und so hoffentlich meinen gaehnend leeren Geldbeutel etwas fuellen koennen. Ausserdem habe ich am Donnerstag ein Treffen mit einem anderen Psychologen, der mir hoffentlich noch ein paar Tage pro Woche in einer anderen Praktikumsstelle verschaffen kann, um mein Erfahrungsspektrum etwas aufzubessern. Also auch auf dem Gebiet geht es langsam vorwaerts. Ausserdem sind natuerlich noch unzaehlige Kleinigkeiten passiert, die ich euch unbedingt erzaehlen wollte und jetzt – was ja klar war – vergessen habe. Und jetzt werde ich mich mal in meine wohlverdiente – und schon seit 20 Minuten ueberfaellige- Mittagspause begeben. Ach ja, noch eine Entschuldigung fuer alle unbeantworteten Emails der letzten Wochen. Irgendwann komm ich zum Lesen, und wenn ihr ganz viel Glueck habt sogar zum Antworten, versprochen. Also, machtet jut.
22.8.06 14:11





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