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The smell of Dublin

So, nachdem ich hier auf der einen Seite Daniels Beschwerde habe, dass ich zu selten schreibe, auf der anderen Seite aber keine Lust verspuere, die gegenwaertig etwas emotional-rollercoaster-maessigen Geschehnisse in meinem Leben hier breitzutreten, werde ich heute einem vor einigen Wochen geaeussterten Wunsch nachkommen und euch durch eine olfaktorische Reise durch Dublin mitnehmen. Lasst uns beim Durchschreiten meiner Haustuer beginnen. Durch das Kuechenfenster zieht der penetrante Geruch von Ruehrei mit Wurst, den meine lieben polnischen Mitbewohner mir mit auf den Weg schicken. Ein Stueck weiter des Weges vermischt sich der Duft der verbluehenden Rosen unserer Nachbarn mit dem modrig-erdig-nassen Odour, das der Regen letzte Nacht aus dem Boden hervorgezauert hat. Er begleitet mich auf meinem Weg die Strasse hinunter, nur ab und zu von Autoabgasen und bluehenden Vorgaertenblumen uebertoent. Dann etwas undefinierbares. Kuenstlich-fremd und doch vertraut: Die Kartonagenfabrik. Weiter geht es am Kanal entlang. Zwischen geradlinigen Betonmauern verlaufender fauliger Modergeruch, angeschwollen (und leicht bereinigt) vom Regen der vergangenen Nacht. Vorbei am Kino. Fettiger Popcornduft. Ein bisschen erinnert er mich an den Geruch um die Ecke von meiner Giessener Wohnung. Nur dort ist er suess, zuckrig, karamellisiert. Hier trieft er vor Butter und salzigem Durst. Ich komme an der Bushaltestelle an. Abgaswolken ziehen an mir vorbei. Oel und Benzin. Und doch halte ich meine Nase in den Wind. Ich habe Glueck - er steht guenstig. Kakaoig geschmolzener Schokoladenduft steigt mir in die Nase. Die Cadbury-Schokoladenfabrik liegt genau gegenueber. Ich schliesse die Augen, atme tief ein, und vor meinem inneren Auge erscheint Willie Wonka (natuerlich in Gestalt von Johnny Depp, der in meinem eigenen Film in voller Pracht erstrahlt und nicht zu dem psychopatischen Creep der Hollywoodversion verschandelt wurde...), der mich, begleitet von seinen Uumpa-Woompahs (oder wie die heissen) durch seine wundersame Welt aus Schokoladenbaeumen und Fluessen von geschmolzener Braun fuehrt. Der ankommende Bus holt mich in die Wirklichkeit zurueck. Ich steige ein. Schweiss, vermischt mit schwerem Parfuem und ausgebrochenem Deo. Chips und anderes Fast-Food. Ein in die Sitzbezuege eingesunkenes olfaktorisches Tagebuch tausender ordinaerer (und weniger ordinaerer) Leben. 20 Minuten lang bleibt es mit mir. Dann, endlich, die Stadt. Smog. Vermischt mit Meergeruch und dem modrigen Wasser des Liffey. Die Ausduenstungen tausender von Menschen aller erdenklicher Kulturen vermischen sich zu einem unidentifizierbaren Stadtgeruchbrei. Es ist schwer, sich auf den Geruch zu konzentrieren. Zu viele visuelle und akustische Eindruecke hageln auf mich ein. Trotzdem gehe ich weiter, vorbei an Fish & Chips-Imbissen, polnischen Lebensmittellaeden und dem Geruch der billigen Plastikwaren der 1-Euro-Laeden. O'Connell-Street mit dem niemals endenden Abgasgestank. Henry Street - der Geruch wird etwas exklusiver, neue Klamotten, mit einer Spur des Odeurs ihrer vietnamesischen oder koreanischen Herkunft. Dann biege ich in Moore Street ab. Fisch vermischt sich mit den Ausduenstungen verfaulender Obst- und Gemuesewaren der Marktstaende. "All them Bananas there for a Eurrro" toent es - auch, wenn man das natuerlich nicht riechen kann. Den seit Jahrhunderten in dieser Strasse vorherrschenden Geruechen werden seit einigen Jahren jedoch Konkurrenz gemacht - hat sich rund um diesen Markt, wo alte irische Marktfrauen lautstark ihre Waren anpreisen, doch das Dubliner Chinatown etabliert. Jetzt vermischt sich der Dunst chinesischer Restaurants mit afrikanischen Gewuerzen und irischen Kartoffeln. Und ich muss meine Nase erstmal ignorieren, um in Ruhe einkaufen zu koennen. Man hoert (oder riecht) sich.
1.9.06 18:05


Wettbewerb

Na, kann irgendjemand mithalten im Wettbewerb um den schoensten Weg zum Arbeitsplatz???

 

 


18.9.06 15:33


Irish College Life

Tja, die Iren sind uns mal wieder voraus, hier hat das Semester schon letzte Woche wieder begonnen. Und ich habe Ratko's Planlosigkeit angesichts der sich ihm stellenden Semesteranfangsanforderungen - wir kennen das ja alle - als Vorwand genommen, um selbst einmal ein bisschen irische Collegeluft zu schuppern.
Nachdem Ratko das letzte Jahr irgendwie leicht verpennt hat, darf er sich auch dieses Jahr noch als "Fresher" bezeichnen und hat sich - meiner Meinung nach in einem Zustand geistiger Umnachtung - fuer BWL eingeschrieben. So hab ich mich also - trotz mangelnder innerer Ueberzeugung - voll von positiver Unterstuetzungswut in meine Motivatorrolle gestuerzt und ihn am Mittwoch zu seiner ersten Vorlesung begleitet (die am Montag und Dienstag hatte er natuerlich trotz hoher Motivation zur Besserung schon wieder verpasst...). Immerhin ist die Devise fuer dieses Semester: "No more time for fucking around!" (oder wie wir in Giessen zu sagen pflegen: "Schluss mit rumschlumpern!")
So fand ich mich also in einem Hoersaal zur Vorlesung "Introduction to Mikro-Economics" wieder. Auch angesichts der ganzen BWL-Studenten -- die hier nicht anders aussehen als in Deutschland -- habe ich mir Muehe gegeben, noch weiterhin Optimismus zu verspruehen. Die Vorlesung begann also, und da es die Fortsetzung einer Verantstaltung vom Vortag (die wir ja nun mal verpasst hatten...) war, hab ich erstmal garnichts kapiert. Trotzdem scheint der Stoff einigermassen Idiotensicher zu sein, und nach ca. 5 Minuten bin ich voellig im Thema "Bruttosozialprodukt" aufgegangen.
Ratko schien es mit der Eingewoehnungszeit aehnlich zu gehen, denn kurz darauf bemerkte er, leicht verzweifelt : "Maike? ...This is boring!!!"
Ich natuerlich schoen tapfer weiter am Optimismus verspruehen: "Wait a bit, I'm sure it's gonna get better..."
Wurde es aber nicht. Ich hab mir natuerlich nichts anmerken lassen. Trotzdem kam einige Minuten spaeter wieder Ratkos - inzwischen zunehmend verzweifeltere Stimme: "Maike? He's only reading out the stuff on the Powerpoint presentation..."
Ich weiterhin voller Zuversicht: "No, sometimes he also explains a bit..." (sometimes.... a LITTLE bit... that is obvious anyway...)
Ratko nahm sich gelangweilt das Buch seines Sitznachbarn und blaetterte darin herum. Dann noch entsetzter: "Maike! The explanations he gives are exactly the same than in this book here!" Ich warf einen kurzen Blick auf die Seite und musste ihm zustimmen. Darauf hin Ratkos voellig verzweifelter Ausruf: "Maike! So we really shouldn't be here!!!"
Naja, gesagt getan, irgendwie hatte er Recht, wir sind also lieber Kaffeetrinken gegangen. Aber immerhin haben wir es 15 Minuten da drin ausgehalten...

Der naechste Tag war schon besser, eine Vorlesung in Sozialpsychologie stand auf dem Programm (Psycho ist sein Nebenfach) und die war recht interessant (auch, wenn ich natuerlich alles schon wusste... klar... ). Ich habe auf jeden Fall beschlossen, die restlichen Wochen, die ich noch hier bin, weiter in die Psychovorlesungen zu gehen. Die Vorlesungen hier sind irgendwie besser an die doch recht begrenzte Aufmerksamkeitsspanne meiner Generation angepasst und dauern nur eine Stunde lang - von der die letzten 20 Minuten meist ein Video gezeigt wird. Ich schaffe es also ausnahmsweise einmal, eine ganze Vorlesung hindurch zuzuhoeren! Und das tut meinem Selbstbild ja SOOOO gut! (The Self - war das Thema der ersten Sozialpsychovorlesung)

Nun denn, es ist Freitag nachmittag, kurz vor 5, und wenn ich mir die 20 Minuten Fussweg zur S-Bahn sparen will, muss ich jetzt los.

Und weg samma.
22.9.06 17:56





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